Bürgerschaftliches Engagement

Im Dezember 1999 setzte der Deutsche Bundestag die Enquete-Kommission (EK) "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" ein mit dem Auftrag, "konkrete politische Strategien und Maßnahmen zur Förderung des freiwilligen, gemeinwohlorientierten, nicht auf materiellen Gewinn ausgerichteten, bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland zu erarbeiten". 2002 legte die Kommission ihren Abschlussbericht vor unter dem Titel: "Bürgerschaftliches Engagement: Auf dem Weg in eine zukunftsfähige Bürgergesellschaft".

 

Neben den Erkenntnissen, Forderungen und Definitionen der Enquete-Kommission haben in den folgenden Jahren nach 1999 (2004 / 2009 / 2014) die Ergebnisse und Analysen der erhobenen Daten des Freiwilligensurvey (FS) die Diskussionen, wissenschaftlichen Erkenntnisse und Begrifflichkeiten geprägt. Seither werden die Begriffe "Bürgerschaftliches Engagement" (BE) und "Freiwilliges Engagement" (FE) als Oberbegriffe für die unterschiedlichen Formen ehrenamtlicher / freiwilliger Tätigkeiten und Aufgaben in der wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion benutzt.

 

Die Enquete-Kommission definierte Tätigkeiten als Bürgerschaftliches Engagement, wenn sie folgende fünf Kriterien erfüllen:

  • die Tätigkeit ist nicht auf materiellen Gewinn ausgerichtet
  • die Tätigkeit ist öffentlich bzw. findet im öffentlichen Raum statt
  • die Tätigkeit wird in der Regel gemeinschaftlich / kooperativ ausgeübt
  • die Tätigkeit ist gemeinwohlorientiert
  • die Tätigkeit ist freiwillig.

Im Freiwilligensurvey wird Freiwilliges Engagement definiert als freiwillige, unentgeltliche (oder gegen eine geringe Aufwandsentschädigung erbrachte) und gemeinwohlorientierte Tätigkeiten, die öffentlich und in der Regel kooperativ ausgeübt werden. Es sind Tätigkeiten und Aufgaben, die freiwillig beziehungsweise ehrenamtlich (z.B. Schöffe, Wahlhelfer als Bürgerpflicht) außerhalb von Familie und Beruf übernommen werden.

 

Weitere Oberbegriffe für unterschiedliche Formen des Engagements sind: Ehrenamt, Freiwilligenarbeit, Selbsthilfe, Tätigkeiten in selbst organisierten Initiativen und Projekten u.a.

 

Weitere Formen zivilgesellschaftlichen Handels, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und die Solidarität fördern, sind: öffentliche, gemeinschaftliche Aktivitäten, grundsätzliche Engagementbereitschaft, Vereinsmitgliedschaften, Geldspenden, Firmenengagement (CSR) u.a.

 

Quellen:

  • DZA. Länderbericht zum Freiwilligensurvey 2014 (September 2016)
  • Enquete-Kommission, Bericht (Leske und Budrich 2002)