Ehrenamtskoordination und Freiwilligenmanagement

Die Bereitschaft der Menschen sich freiwillig/ ehrenamtlich zu engagieren ist ungebrochen hoch. Das belegen zahlreiche empirische Studien (Freiwilligensurveys von 1999 bis 2014), aber auch ein offener Blick in die Praxis. Allerdings haben sich die Erwartungen freiwillig Engagierter an die Mitarbeit in Organisationen erheblich verändert: Nicht nur stilles Mittun, Helfen oder gar Pflichtbewusstsein motivieren, sondern viele suchen eigene Mitgestaltungsmöglichkeiten.

 

Die hier veröffentlichten Fortbildungen sind Angebote des

 

Diözesancaritasverbandes Münster e. V.
Kardinal-von-Galen-Ring 45
48149 Münster

 

Hinweise über Inhalte und genaue Zielgruppen entnehmen Sie bitte aus den jeweiligen Angeboten.

 

Ehrenamtskoordination/Freiwilligenmanagement 2017

Grundkurs vom 12. Juni bis 14. Juni

 

Ehrenamtskoordination/Freiwilligenmanagement 2017

Vertiefungskurs vom 6. September bis 7. September

 

Ehrenamtskoordination/Freiwilligenmanagement 2017

Beratungstag am 14. November

 

 

 

Freiwilligenmanagement...

  • ist eine bewusste Auseinandersetzung und die professionelle Bearbeitung des Themas "Ehrenamt / Freiwilliges Engagement" in einer Organisation / Einrichtung,
  • geht nach einem auf die Ziele der Organisation bezogenen Konzept vor,
  • betrifft die gesamte Organisation,
  • hat Auswirkungen auf die Organisations- und Personalentwicklung,
  • ist erheblich mehr als die "Gewinnung und Begleitung von Ehrenamtlichen".

Konzeptelemente sind - in Anlehnung an das ESF-Projekt "win-win für ALLE!" -

  • Haus richten,
  • Ehrenamtliche gewinnen,
  • Ehrenamtliche integrieren.

Schritt 1: Das Haus richten

Bevor Ehrenamtliche / Freiwillige angesprochen und für ein Engagement gewonnen werden können, muss die Organisation / der Verband intern folgende Punkte geklärt haben:

  • Welche Bedeutung hat ehrenamtliches Engagement für unser Selbstverständnis? Was steht dazu im Leitbild? Nach innen und außen muss deutlich werden: Die Organisation arbeitet zusammen mit Ehrenamtlichen.
  • Die Organisation verfügt über ein plausibles Verständnis, warum und wie sie mit Ehrenamtlichen zusammen arbeitet.
  • Die Organisation ist sich ihrer öffentlichen Wirkung ("Image") bewusst. Welche Auswirkung hat dies für die Gewinnung von Ehrenamtlichen?
  • Das Freiwilligenmanagement ist eine Leitungsaufgabe und wird entsprechend verankert und auch so wahrgenommen.
  • Die Mitarbeitenden akzeptieren und unterstützen Ehrenamtliche in ihrer Arbeit (Haltung und berufliches Selbstverständnis).
  • Basis des Engagements ist ein abgestimmtes und transparentes Konzept.
  • Das ehrenamtliche Engagement wird durch entsprechende Ressourcen, insbesondere finanzielle und personelle Ressourcen, getragen und unterstützt.
  • Die notwendigen Rahmenbedingungen (Versicherung, Kostenerstattung…) sind geregelt.

Schritt 2: Ehrenamtliche gewinnen

Nachdem die verbandlichen Grundlagen erarbeitet und intern kommuniziert sind, beginnt die Gewinnung von Freiwilligen.

  • Der Verband / die Organisation geht mit einer glaubwürdigen "Mission" auf die potentiellen Ehrenamtlichen zu.
  • Mitarbeits-Möglichkeiten / Engagement-Bereiche sind identifiziert, definiert und in Tätigkeitsprofilen transparent dokumentiert.
  • Die Organisation weiß, welche Ehrenamtlichen / Freiwilligen zu ihr und zur Aufgabe passen und welche sie auf dieser Basis gezielt suchen.
  • Die Organisation nutzt geeignete Kommunikationsmittel, um diese passende/n Zielgruppe/n zu erreichen und anzusprechen.
  • Die Organisation führt ein offenes Erstgespräch zum gegenseitigen Kennenlernen.

Schritt 3: Ehrenamtliche in die Aufgaben und die Organisation integrieren

  • Wenn Ehrenamtliche für ein Engagement in der Organisation / dem Verband gewonnen wurden, beginnt die Einarbeitungsphase und die Integration.
  • Ehrenamtliche treffen auf ein akzeptierendes, wertschätzendes Klima und erfahren konkrete Anerkennung.
  • Das Verhältnis der Hauptamtlichen zu den ehrenamtlich Mitarbeitenden ist für alle transparent und die Kooperation geklärt.
  • Ehrenamtliche werden in Angelegenheiten, die sie betreffen, aktiv einbezogen und beteiligt.
  • Ehrenamtlichen stehen qualifizierte Ansprechpartner/innen (EA-Koordinator/innen) zur Verfügung.
  • Es gibt ein professionelles System der Einführung, Begleitung und Unterstützung der Ehrenamtlichen.
  • Einrichtungsbeteiligte wissen in Konfliktfällen, wie sie konstruktiv und lösungsorientiert handeln können.
  • Ein Ausstieg aus dem Ehrenamt / freiwilligen Engagement ist normal, und die Art und Weise der Beendigung ist geregelt.

    (nach: H. Janning, OptionBE)